SCHIMMELPILZ-SANIERUNG

Schimmelpilze sind häufig Streitgegenstand bei Mietrechtsangelegenheiten. Dabei gilt zu klären, ob die Baukonstruktion verantwortlich ist oder ob ein falsches Nutzerverhalten vorliegt. Bei der rechtlichen Bewertung der Verschuldensfrage ist eine sichere Bewertung der Ursachenkette erforderlich!

Eine kritische Untersuchung der nachfolgenden Einflussfaktoren ist notwendig:

  • Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner
  • Funktionsfähigkeit der Heizungsanlage
  • Wärmeschutz und Wärmebrücken
  • Luftdichtheit der Gebäudehülle
  • Erhöhtes Risikopotenzial bei Neubauten
  • Raumklimatische Veränderungen als Folge von Wohnraumsanierungen

Auch im Zusammenhang mit durchfeuchteten Dämmstoffen oder in gedämmten Konstruktionen infolge Wassereinwirkung (z.B. nach Leitungswasserschäden, Elementarereignisse etc.) stellt sich häufig die Frage, ob die Konstruktion durch geeignete Sanierungsverfahren erhalten werden kann oder ob ein Teilabbruch notwendig ist.

tripleSAN verfügt mit seinen Experten bei der Schimmelpilzsanierung über einen enormen Wissens- und Erfahrungsschatz. Sie führen Gefährdungsbeurteilungen durch, leiten die notwendigen schadenmindernden Sofortmaßnahmen ein und definieren das geeignete und wirtschaftliche Sanierungsverfahren.
Die Auswahl des am besten geeigneten Sanierungsverfahrens richtet sich nach der Kombination der Beaufschlagung, der Oberfläche und dem Schadenbild.
Unsere Sanierungsteams beseitigen die unterschiedlich belasteten Oberflächen von Schimmelpilz mit geeigneten Verfahren und beherrschen eine Vielzahl an nachhaltigen Techniken und Methoden unter Einhaltung aller Auflagen zum Umweltschutz, Abfallvermeidung und -entsorgung.

Vorgehen bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen

1. Ursache ermitteln! – Was ist die Ursache für den Schimmelpilzbefall?

2. Sanierungsplanung – Der Sanierungsaufwand sollte dem Ausmaß des Schadens und der Art der Raumnutzung angepasst werden.
Dabei spielen u.a. folgende Gesichtspunkte eine Rolle:

  • Größe der befallenen Fläche
  • Stärke des Befalls (einzelne Flecken oder „dicker“ Schimmelpilzbelag)
  • Tiefe des Befalls (oberflächlich oder auch in tieferen Schichten),
  • Vorkommende Schimmelpilzarten (wichtig für das Allergie- und Infektionsrisiko, manche Schimmelpilzarten bilden giftige Toxine)
  • Art der befallenen Materialien (auf raumseitig, rasch ausbaubaren Materialien oder im Mauerwerk)
  • Art der Nutzung (Lagerraum, Wohnraum, Kindergarten, Krankenhaus)

Mithilfe dieser Kriterien ist mit Sachverstand eine Gesamteinschätzung vorzunehmen. Anschließend sind die sich daraus abzuleitenden Schutzmaßnahmen bei der Sanierung zu formulieren.

Bei einer Belastung von Schimmelpilz- oder Bakterienbefall in Dämm- und/oder Baumaterialien sind mikrobiologische Untersuchungen stets anzuraten, um daraus wirtschaftliche und nachhaltige Sanierungsmaßlahmen ableiten zu können.

3. Bauüberwachung und Erfolgskontrolle

tripleSAN übernimmt die professionelle Sanierung von mit Schimmelpilz und Bakterien befallenen Bauteilen, von Klein- und Großschäden, von A bis Z, aus einer Hand, durch erfahrene Projektsteuerer und Leistungen fachkundiger Handwerker.

Nachfolgendend erhalten Sie weitere Informationen zum Thema Schimmelpilz

  • Hohe relative Luftfeuchte
    • Besonders gute Wachstumsbedingungen finden sich immer dann, wenn es zu Tauwasserbildung auf oder im Baustoff/Bauteil kommt.
    • Die Entwicklung der Sporen findet i. d. R. bei einer hohen relativen Luftfeuchte ab ca. 80 % statt.
  • Feuchte
    • Das entscheidende Kriterium für Keimung und Wachstum von Mikroorganismen ist das zur Verfügung stehende Wasser.
    • Der Pilz kann sowohl vom Substrat als auch aus der Luft Wasserdampf entnehmen.
  • Temperatur
    • Pilzwachstum tritt vor allem in einem Temperaturbereich von 0 °C bis 50 °C auf.
    • Die optimale Wachstumstemperatur beträgt ca. 30 °C.
  • Ausreichender Nährstoffgehalt des Substrats
    • Als Nahrungsgrundlage können den Schimmelpilzen nahezu alle organischen Substanzen dienen (z.B. Holz, Papier/Tapeten, Lacke, Kunststoffe etc.) und das Wachstum fördern.
    • Ein günstiges Nährmedium für Schimmelpilze sind Tapeten und Tapetenkleister, da sie Zellulose und leicht verfügbare organische Stoffe enthalten. Aber auch Kunststoffvergütungen von Putzen und Anstrichen ( Dispersionsfarben ) können von Schimmelpilzen als Nahrungsgrundlage genutzt werden.
  • ph – Wert
    • Die Schimmelpilze gedeihen vorzugsweise in einem leicht sauren Milieu bei ph-Werten zwischen 4,5 und 6,5.
    • Vereinzelte Pilzarten tolerieren auch ph-Werte zwischen 2 und 11.
Auf Grund des für die Schimmelpilzbildung erforderlichen frei verfügbaren Wassers kann die Entstehung von Schimmelpilz stets als Hinweis für eine mangelhafte bauliche oder nutzungsbedingte Situation angesehen werden.

Zwei unterschiedliche bauphysikalische Vorgänge gehen der Schimmelpilzbildung häufig voraus:

  • Tauwasserausfall auf Bauteiloberflächen oder im Bauteilquerschnitt
  • Durchfeuchtungen der Bauteile
Luft, die mit Wasserdampf gesättigt ist, hat eine rel. Luftfeuchtigkeit von 100 %.

Diese Sättigungsgrenze ist abhängig von der Lufttemperatur. Je höher die Temperatur, desto mehr Wasserdampf kann die Luft aufnehmen. Erwärmt man also in einem geschlossenen System feuchte Luft, ohne dass Wasserdampf nachströmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Umgekehrt erhöht sich die relative Luftfeuchtigkeit, wenn die Luft abgekühlt wird.

Die Temperatur, auf die eine abgeschlossene Luftmenge absinken muss, bis die relative Luftfeuchtigkeit 100 % beträgt, wird als „Taupunkt“ definiert.

An raumseitigen Bauteiloberflächen fällt Tauwasser aus, wenn deren Oberflächentemperatur unterhalb der Taupunkttemperatur der Luft liegt.

Tabelle 1: Taupunkttemperatur °C in Abhängigkeit der Raumlufttemperatur und relativen Luftfeuchte
Tabelle 1: Taupunkttemperatur °C in Abhängigkeit der Raumlufttemperatur und relativen Luftfeuchte

Beispiel 1: Taupunkt
Bei einer relativen Luftfeuchte von 50 % und einer Lufttemperatur von 20°C liegt der Taupunkt bei 9,3 °C (vgl. auch Tabelle 1).
Auf Bauteiloberflächen, die kälter als 9,3°C sind, schlägt sich Tauwasser nieder.
Dieser Vorgang dauert so lange, bis der Feuchtigkeitsgehalt der Luft kleiner oder gleich dem maximal aufnehmbaren Feuchtigkeitsgehalt ≤ 100 % ist.

Beispiel 2: Wasser in Raumluft
Bei einer Temperatur von +20°C und einer relativen Luftfeuchte von 50% sind 17,25 x 0,5 = 8,63 g Wasser in jedem m³ der Raumluft enthalten (vgl. auch Tabelle 2).

Tabelle 2: Sättigungskonzentration von Wasserdampf in Luft
Tabelle 2: Sättigungskonzentration von Wasserdampf in Luft

Beispiel 3: rel. Luftfeuchte
Mit abnehmender Temperatur erhöht sich rel. Luftfeuchte (bei gleichbleibender Wassermenge in der Raumluft).

Bei gleichem absolutem Wassergehalt wird die relative Luftfeuchte durch Erhöhung der Raumlufttemperatur verringert und die Temperatur der Wandinnenoberflächen erhöht, was die Schimmelpilzgefahr vermindert.

Beispiel 4: Wasserdampfgehalte der Luft in Abhängigkeit von Temperatur und relativer Luftfeuchte.
Herrscht in einem Raum eine Lufttemperatur von 20°C und eine relative Luftfeuchte von 50%, enthält die Luft einen Wassergehalt von 8,63 g/m3 (s. Beispiel 2). Hat die Außenwand an der Rauminnenseite ebenfalls eine Oberflächentemperatur von 20°C liegt auch hier eine Luftfeuchte in Höhe von 50% vor. Kühlt die Oberflächentemperatur auf der Wandinnenseite auf z.B. 15°C ab, bei gleichbleibender Raumlufttemperatur und rel. Luftfeuchte in Raummitte, so erhöht sich in Wandnähe die relative Luftfeuchte auf 67 % (s. Beispiel 3). Der absolute Wassergehalt der Raumluft in Raummitte ist, in Höhe von 8,63 g/m3, identisch mit dem, in der Nähe der Wandoberfläche. Erreicht die relative Luftfeuchte in Wandnähe den Wert von 80% ist die kritische Voraussetzung erreicht, welche eine Schimmelpilzbildung begünstigt.
Die Wandoberflächentemperatur beträgt dann 12,6°C (Punkt B). Kühlt die Wandinnenoberfläche z.B. auf 9,3°C weiter ab wird der Taupunkt erreicht (Punkt C). Bei einer weiteren Unterschreitung der Temperatur der Wandinnenseite tritt dann an der Wandoberfläche Tauwasser aus (Punkt D), da die relative Luftfeuchte 100% erreicht hat.

Bauteildurchfeuchtungen können als Auswirkungen folgender Ursachen auftreten:

Mangelnde Schlagregensicherheit der Außenwände beispielsweise:

  • mangelhafter Farbanstrich,
  • stark saugfähiges Verblendsteinmaterial,
  • stark saugfähige Verfugung von Verblendsteinen,
  • fehlerhaft angedichtete Bauteilanschlüsse
  • Kapillar aufsteigende Feuchtigkeit infolge fehlender oder mangelhafter Sperrschichten
  • Durchfeuchtungen erdberührter Bauteile infolge mangelhafter oder unzureichender Bauwerksabdichtung
  • Restfeuchtigkeit junger Bauwerke sowie Durchfeuchtungen in Folge von Witterungseinflüssen aus der Bauzeit
  • Dachleckagen
  • Leitungshavarien, Rohrbrüche
  • Bei der Sanierung von mit Schimmelpilz befallenen Flächen ist zuerst stets die Ursache zu ermitteln!
  1. Zuerst bildet sich aus einer auf einen geeigneten Nährboden geratenen Schimmelpilz-Spore eine fädige Struktur, das Mycel. Dieses besteht aus mikroskopisch kleinen, langen, dünnen, vielfach verzweigten Pilzfäden (Hyphen), die sich von einzelnen Punkten aus in alle Richtungen ausbreiten. Dieses Mycel ist der eigentliche Pilz.
     
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  3. Die Vermehrung geschieht über Sporen (Konidien). Dazu erzeugen die Myzelfäden nach einiger Zeit zahlreiche Sonderhyphen, die Konidienträger.
     
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  5. Die Sporen oder Konidien sitzen auf der Spitze, wo sie dann beim geringsten Lufthauch aufgewirbelt werden. Sobald sie in grösseren Mengen vorhanden sind, können Sie in Innenräumen die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen.
     
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    Fotos: Sanosil AG

Einfluss des Dämmniveaus
Das Auftreten von Schimmelpilzen auf der Raumseite von Baukonstruktionen hängt von der sich einstellenden Oberflächentemperatur sowie -feuchte ab. Diese werden wiederum beeinflusst vom Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) und den Wärmeübergangswiderständen sowie den im Raum herrschenden hygrothermischen Verhältnissen. Das Dämmniveau, das mithilfe des U-Wertes charakterisiert wird, beeinflusst maßgeblich die Oberflächentemperatur an der Innenwand und damit die dort vorliegende relative Luftfeuchte. Eine schlechte Wärmedämmung bzw. ein hoher U-Wert bewirkt niedrige Oberflächentemperaturen und mit der damit verbundenen Erhöhung der Luftfeuchte hohe Schimmelpilzgefahr

Wärmebrücken: Wärmebrücken sind örtlich begrenzte Schwachstellen in den Umfassungsflächen eines Gebäudes, durch die nach außen ein größerer Wärmeabfluss als in den angrenzenden Bereichen stattfindet, was zu einer Verringerung der inneren Oberflächentemperatur führt.

  • Geometrisch bedingte Wärmebrücke: 
Die Gebäudeecke stellt eine geometrisch bedingte Wärmebrücke dar. Die Außenwandfläche (Abkühlung) ist größer als die Innenwandfläche (Erwärmung).
  • Konstruktions bedingte Wärmebrücke: 
Durch die Schwächung der Außenwand, bedingt durch Installationsschlitze, Heizkörpernischen, Fensterleibung etc., kann mehr Wärme nach außen fließen.
  • Material bedingte Wärmebrücke: Materialbedingte Wärmebrücken (z.B. Betonstützen im Mauerwerk) sind Bereiche bei Außenbauteilen, die einen geringeren Wärmedurchgangswiderstand aufweisen als angrenzende Bereiche (auch konstruktiv bedingt).Die Folgen von Wärmebrücken sind (neben den höheren Energieverlusten) ein Absinken der Temperatur, eine Erhöhung der Feuchte an der Innenoberfläche und die Gefahr der Unterschreitung der Taupunkttemperatur und damit einer Schimmelpilzbildung.

Weitere bauseitige Maßnahmen

  • Einhaltung der Anforderungen des Mindestwärmeschutzes.
  • Herstellen der Schlagregensicherheit als Schutz der Gebäudeaußenhülle.
  • Abdichtung der Bodenplatte mittels geeigneter Sperrschichten gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit (DIN 18195).
  • Dichte Dacheindeckung und bauphysikalisch richtiger Aufbau der Dachkonstruktion.
  • Wasserdichte Installationen (Heizungs- und Sanitärinstallation).
  • Reduzierung der Restfeuchte in Neubauten sowie Durchfeuchtungen infolge von Witterungseinflüssen aus der Bauzeit.
Ausreichende Lüftung: Um zu verhindern, dass die Luftfeuchte allmählich auf den Wert von 100 % ansteigt, muss ein Teil der in der Luft enthaltenen Wasserdampfmenge der Raumluft entzogen werden. I. d. R. erfolgt dies durch die Raumlüftung, d. h., ein Teil der Raumluft wird durch Außenluft ersetzt.

Der Luftaustausch in einem Gebäude kann auf zwei Arten erfolgen:

  • Durch natürliche Lüftung durch Öffnen der Türen und Fenster sowie durch Undichtigkeiten in der Außenhülle des Gebäudes oder
  • durch maschinelle Lüftung mittels Ventilatoren.

Die Lüftung des Wohnraums stellt das wirksamste Mittel dar, um Feuchte aus dem Raum abzuführen.

Weitere vorbeugende Maßnahmen sind:

  • Reduzierung der Feuchteproduktion: In jeder Wohnung wird durch das Bewohnen – durch Baden, Kochen, Waschen, Trocknen und durch Zimmerpflanzen – laufend Feuchtigkeit erzeugt. Dabei fallen etwa folgende Feuchtigkeitsmengen – Gramm Wasser pro Stunde – je Person bzw. Vorgang an. Die tägliche Feuchteproduktion beträgt bei einem Vierpersonenhaushalt etwa 10 – 15 Liter Wasser pro Tag.
  • Ausreichende Beheizung: Ungünstig sind Wohnungen mit einzelnen unbeheizten Zimmern (meist Schlafzimmer, Flure etc.). In diesen Räumen liegt eine niedrigere Raumluft- und damit Oberflächentemperatur vor, verbunden mit einer hohen Oberflächenluftfeuchte.
  • Mobiliar und Vorhänge an/vor Außenwänden: Die Abdeckung von Außenwänden durch Volumen bildendes Mobiliar ohne Bodenfreiheit behindert eine gleichmäßige Temperierung der Wandoberflächen durch die zirkulierende Raumluft. Derartige Außenwandflächen hinter dem Mobiliar haben in der Praxis eine Oberflächentemperatur, die im Winterhalbjahr etwa 2 – 5 K unter der regulären raumseitigen Oberflächentemperatur benachbarter Außenwandflächen liegen kann. Bei schlecht gedämmten Altbauten kommt es regelmäßig zu einer Unterschreitung der Taupunkttemperatur mit der Folge eines Tauwasserausfalls.

 

 

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